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Massivbauwirtschaft in den Regionen

Wirtschaftsmotor in ländlichen Regionen

 

Bauwirtschaft. Eine internationale Sonderstellung nimmt Österreich bei der Attraktivität des ländlichen Raumes ein. Die Massivbauwirtschaft in den Regionen hat einen wichtigen Anteil daran.

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Über den aktuellen Trend von Handelsketten, den regionalen Ursprung von Lebensmitteln besonders zu vermarkten, können viele Unternehmer der Massivbauwirtschaft nur schmunzeln. Ihre Rohstoffe und Produkte kommen nämlich seit jeher aus der Region. „Wir suchen unsere Standorte nach der Verfügbarkeit des Rohstoffs aus“, bestätigt Andreas Pfeiler vom Wirtschaftskammer-Fachverband der Stein- und keramischen Industrie.

Ein Hauptgrund dafür ist leicht erklärt. Allein durch das Gewicht des Rohstoffs würden die Transportkosten explodieren, wenn die Verarbeitung von Kies, Sand oder Ton nicht gleich an Ort und Stelle passieren würde. Im Durchschnitt liegt auch der Transportweg vom Werk bis zum Kunden bei lediglich 35 Kilometern. Die positiven Effekte kurzer Transportwege sind weitreichender, als man auf den ersten Blick vermuten würde und betreffen durch die CO2-Einsparung nicht nur die Umwelt.

65.000 Arbeitsplätze

„Ländliche Regionen und Massivbau hängen viel stärker zusammen, als man eigentlich vermuten würde. Die Massivbaubranche schafft 65.000 Arbeitsplätze und sichert somit rund 200.000 Existenzen, zum Großteil im ländlichen Raum“, erklärt dazu Gernot Brandweiner, Gesch.ftsführer des Verbands Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB). Er stützt sich bei dieser Aussage auf die Ergebnisse der Regionalstudie Massivbaustoffe, durchgeführt vom Institut Studia. Diese Studienergebnisse spiegeln auch die täglichen Erfahrungen der Mitglieder des VÖB. „Unsere Werke befinden sich zum Großteil in Gebieten, wo das örtliche Betonfertigteilwerk und seine Zulieferer zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region zählt und über Wertschöpfungseffekte den Wirtschaftskreislauf von mehreren Gemeinden am Laufen hält“, so Brandweiner. Arbeitsplätze in ländlichen Regionen – ein Baustein eines Mosaiks, dass den ländlichen Raum in Österreich im internationalen Vergleich sehr attraktiv werden lässt.

Hohe Standards

„Österreich hat hier eine Sonderstellung“, stellt Wolfgang Amann, Direktor vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) fest. „Der ländliche Raum in Österreich ist in einem international herausragenden Maß wirtschaftlich und infrastrukturell entwickelt und integriert. Im Gegensatz zu den meisten Ländern sind Einkommen und Bruttoregionalprodukt nahe an jenen der Metropolenregionen, die Armutsgefährdung ist weit niedriger als zum Beispiel in Wien, ein viel geringerer Anteil der Bevölkerung ist von der Bedarfsorientierten Mindestsicherung abhängig, Wohnversorgung und subjektives Wohlbefinden liegen deutlich über den Werten der Städte“, erklärt Amann.

Lanze für das Eigenheim

Ein Schlüssel für diese bemerkenswerten Kennzahlen liegt laut Amann im Bauwesen. „Ich muss in diesem Zusammenhang eine Lanze für das Eigenheim brechen“, widerspricht der Wohnbauforscher Kritikern, die den hohen Flächen- und Ressourcenverbrauch durch Einfamilienhäuser am Land anprangern – ohne dabei deren Fakten zu ignorieren. Immerhin liegt Österreich im Spitzenfeld hinsichtlich des Grundflächenverbrauchs,die Zersiedelung nimmt Überhand. Sein Rezept dagegen: „Die Häuser sollten auf weniger Grund im Ortsverband gebaut werden“. Dann könnten Eigenheime ihre Trümpfe vorbehaltlos ausspielen – als Impuls für den regionalen Wirtschaftskreislauf.

Traum vom Wohnen am Land Und auch als die Erfüllung eines Traums vieler Österreicher. Denn große Teile der städtischen Bevölkerung träumen immer noch vom Wohnen auf dem Land – so das Ergebnis einer Market-Meinungsumfrage im Auftrag von der Initiative BAU!MASSIV!. Eigentum in Form eines Hauses am Land erscheint dabei als Idealzustand, zwei Drittel der Bevölkerung schätzen diesen als leistbar ein. Das Einfamilienhaus bleibt somit weiterhin die beliebteste Wohnform der Österreicher.

Weitere Erkenntnisse aus der Umfrage: beim Bauen favorisieren 52 Prozent der Bevölkerung den Massivbau, Leichtbau liegt mit 19 Prozent deutlich zurück. Für massive Baustoffe sprechen Energieeffizienz und lange Lebensdauer. „Dabei geht Regionalität ganz klar vor dem Preis“, erklärt Pfeiler. Geht es um die Langlebigkeit von Bauwerken, ist die Massivbauweise wohl unschlagbar.

Denn seit immerhin rund 1900 Jahren steht mit dem Pantheon in Rom eines der ältesten Betonbauwerke der Welt. Auch in Österreich kann ein Zeugnis dieser Langlebigkeit bestaunt werden. Der ebenfalls von den Römern erbaute Körnerkasten im niederösterreichischen Zeiselmauer ist 1.600 Jahre alt und immer noch hervorragend erhalten. „Die Gebäude sind bei entsprechender umsichtiger Planung und Wartung beinahe unendlich lange nutzbar“, so Pfeiler.

Natürliche Klimaanlage

Die Entwicklung der massiven Baustoffe geht aber bis heute weiter. Wer auf Nachhaltigkeit und niedrige Energiekosten setzt, der nutzt massive Baustoffe als natürliche Klimaanlage. „Mit der sogenannten thermischen Bauteilaktivierung von Beton kann beispielsweise wegen der hohen Speichermasse des Baustoffes nicht nur geheizt, sondern auch gekühlt werden. Dadurch kann der Wohnkomfort auch bei hochsommerlicher Hitzeperioden ohne zusätzlichen Energieaufwand gewährleistet werden“, erklärt BAU!MASSIV! Sprecher Reinhold Lindner.

Ziel ist es, dieses System verstärkt auch bei der Planung von Ein- und Mehrfamilienhäusern als innovativen Planungsansatz in Bezug auf zukunftsgerechtes Bauen einzusetzen und auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz von Gebäuden zu leisten.

Foto: © www.wunschhaus.at

Bild unten: Die hohe Qualität und regionale Verankerung der Massivbauweise stärkt in Österreich auch die guten Lebenstandards in den ländlichen Regionen.

Foto: © Leitl-Werke

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