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Bauteilaktivierung: kein Cent für Heizen und Kühlen

Thermische Bauteilaktivierung

Heizkosten gleich null? Dank Beton kein Problem!

Durch das System der Bauteilaktivierung kann Energie im Gebäude selbst gespeichert werden. Das schützt die Umwelt – und schont das Haushaltsbudget. Wie das funktioniert und wo die Bauteilaktivierung erfolgreich im Einsatz ist, lesen Sie im Beitrag.

Das eigene Haus als Batterie, das die Wärme speichert und bei Bedarf zum Heizen verwendet: Das ist die Idee hinter der Bauteilaktivierung. Beim Bau werden Rohre in den Beton eingezogen und mit Wasser zum Kühlen oder Wärmen durchströmt. So wirken Decken und Wände danach als Speicher für erneuerbare Energieträger. Den besten Beweis dafür, was Bauteilaktivierung alles kann, findet man in Hallwang: Die gesamte Energieversorgung des 2010 errichteten Kultur- und Veranstaltungszentrums Hallwang erfolgt ausschließlich über die Sonne, daher gibt es weder CO2-Emissionen noch laufende Energiekosten für die Gemeinde. Für Heizung und Warmwasser sorgt eine Anlage mit thermischen Solarkollektoren verbunden mit dem „Akku“ im Beton. So können 15 Prozent des Energieüberschusses im Sommer für die kühle Periode gespeichert werden. Das hilft, auch im Winter den solaren Deckungsgrad mehr als zu erfüllen – denn zusammen mit der Wintersonne kann auch im Winter genügend Wärme produziert werden, selbst bei eisigen Temperaturen.

Aber nicht nur Warmwasser und Heizwärme in der kalten Jahreszeit werden in Hallwang mittels Bauteilaktivierung erzeugt, sondern auch Kälte an den Hitzetagen im Hochsommer: Ein Regenwasserspeicher funktioniert als natürlicher Löschwasserteich und übernimmt zugleich die Kühlung des Gebäudes im Sommer. Seit 2010 musste in der Energieversorgung des Gebäudes kein Cent für die Heizkosten aufgewendet werden, wie die Gemeinde auf Anfrage bestätigt. Zudem wird auch die Umwelt geschont: Der CO2-Ausstoß ist gleich null und Emissionen wie Feinstaub oder Stickoxide entfallen.


Thermische Bauteilaktivierung TBA

 

Groß oder klein, neu oder alt: Jedes Haus kann von Bauteilaktivierung profitieren

Dass ein Kulturzentrum ganz ohne Betriebskosten auskommt, ist eine technische Meisterleistung. Doch die Bauteilaktivierung ist nicht nur bei großen kommunalen Bauten, sondern auch bei Wohnhäusern umsetzbar – mit den gleichen positiven Auswirkungen. Ein perfektes Beispiel: Ein 2013 neu errichtetes Einfamilienhaus in Pfaffstätten in Niederösterreich. In diesem modern gestalteten Gebäude mit 330 Quadratmeter Wohnfläche für die Großfamilie braucht es im Winter keine Gastherme und im Sommer keine Klimaanlage. Eine konventionelle Heizung hat das energieautarke Passivhaus nicht. Die Temperierung der Räume erfolgt mit der bauteilaktivierten Betonplatte des Fundaments in Verbindung mit einer 50 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage auf dem Flachdach. Die Speichermasse der 50 Zentimeter dicken Bodenplatte aus Beton unter dem Haus sowie der Zwischendecken reicht vollkommen aus, um selbst bei langen Kälteperioden oder bei wochenlanger Hitze eine konstante Raumtemperatur zu halten.

Nicht nur bei Neubauten, auch bei Sanierungen bestehender Häuser können ähnliche Erfolge erzielt werden. So hat eine Energieberaterin ihr eigenes Haus im Salzkammergut zu einem Nullenergie-Gebäude umgebaut. Dabei wurde eine verfaulte Holzzwischendecke abgetragen und als aktivierte Betondecke neu errichtet. Weil die Wohnfläche des aus den 1950er Jahren stammenden Hauses durch einen Zubau vergrößert wurde, konnte darunter auch ein komplett neuer Keller errichtet werden – samt Betonplatte mit Energiespeicherung, die im wahrsten Sinne des Wortes das Fundament des Nullenergiehauses bildet. Das Resultat: Seit dem Umbau kein Cent Heizkosten mehr – und dank dem Baustoff Beton ein stets angenehmes Raumklima.


Links zum Thema:

http://www.zement.at/services/publikationen/energiespeicher-beton


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