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Branche mit Weitblick

 

Wien, 20. März 2012. Im aktuellen Konjunkturbarometer beweist die Branche Weitblick durch Innovation und Forschung. Die Stimmung bleibt positiv, denn die Krise ist zwar noch nicht vorüber, aber die Talsohle überschritten. Was die Branche vorhat und was sie umtreibt, darüber gaben Vertreter des VÖB beim heutigen Pressegespräch Auskunft.

Stimmung bleibt positiv
Vorsicht regierte die jüngste Stimmungsumfrage des VÖB. Doch trotz Skepsis blicken die Unternehmen optimistisch in die Zukunft: 31 % der Befragten berichten von stabilen Umsätzen im vergangenen Jahr. Mehr als die Hälfte verzeichnete Umsatzsteigerungen. 22 % der Unternehmen können sich für 2012 Umsatzsteigerungen im einstelligen Bereich für die gesamte Branche vorstellen. Für DI Dr. Bernd Wolschner, Präsident des VÖB, ist das „ein gutes Ergebnis, das optimistisch stimmt. Die allgemeine Lage verdeutlicht aber, dass wir jetzt keinesfalls die Hände in den Schoß legen dürfen.“

Schleichende Kürzungen
Wie Wolschner kritisierte, werden öffentliche Ausgaben seit Jahren gekürzt bzw. schleichend reduziert. Für den Siedlungswasserbau ist beispielsweise zu befürchten, dass 2013 die Förderungen auf Null reduziert werden. „Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten sind aber dringend nötig“, so der VÖB Präsident. „Was jetzt nicht gemacht wird, kann in den kommenden Jahren nur mit erheblichen Mehrkosten realisiert werden.“ Streichungen bei ASFINAG und ÖBB wirken sich ebenfalls dramatisch auf das Bauwesen aus. Der Wohnbau in Österreich ist hingegen – zumindest derzeit noch – weitgehend konjunkturunabhängig.

Erfolgreiche Strategien
Wege aus der Krise waren 2011 vom Innovationswillen der VÖB Mitglieder geprägt. So konnten drohende Ausfälle abgeschwächt und neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Betonfertigteile liegen auch 2012 voll im Trend, weil sie kurze Bauzeiten garantieren und energetisch wie schalltechnisch höchste Qualitätsanforderungen erfüllen. „Wer heute wettbewerbsfähig bleiben will, muss die Zeichen der Zeit ernst nehmen“, so Wolschner. Aktuelle Themen wie Natur- und Umweltschutz oder Klimawandel liefern wichtige Vorgaben und müssen laufend in die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren integriert werden.

Erreichung der Energieziele 2020
„Das Thema Energie gewinnt zunehmend an Bedeutung“, so Wolschner. Der Trend geht dabei hin zur ganzheitlich konzipierten Gesamtenergie-Effizienz und weg von ausschließlichen Bewertung des Heizwärmebedarfs. Betonfertigteile eignen sich optimal für die Niedrigenergie- und Passivbauweise, weil sie alle Anforderungen an Speichermasse und Luftdichtheit erfüllen. Das macht Beton zum idealen Baustoff im Kontext von Nachhaltigkeit. „Nachhaltiges Bauen berücksichtigt ein Bauwerk in seiner Gesamtheit. Genau dafür steht Beton,“ so Wolschner.

Energieeffizienzgesetz: VÖB fordert positive Anreize
Bedauerlicherweise gibt es derzeit Anzeichen, dass die österreichische Legislative die nationale Umsetzung der EU Energieziele 2020 vor allem bürokratisch vorantreiben will. Da Energie ein Produktionsfaktor ist, ist ein solcher Ansatz aber nicht hilfreich. Der VÖB fordert deshalb Anreize für Unternehmen, z. B. in Form von Energieschecks, vorzeitige Abschreibungen, leichterem Zugang zu Krediten etc. Zusätzlich wird versucht, im Gesetz veraltete Kennwerte (wie alleinige Bewertung des Heizwärmebedarfs) festzuschreiben, so Wolschner. Auch das ist kontraproduktiv: „Um optimale und innovative Ergebnisse zu fördern, muss sich das Gesetz am letzten Stand der Technik orientieren“, forderte der VÖB Präsident.

Trends 2012
Im Anschluss daran präsentierte Mag. Robert F. Holzer, stellvertretender Präsident des VÖB und Leiter der Fachgruppe Fertigteile, die neuesten Trends. Er bestätigte die Relevanz des Energie-Themas im Betonsektor: „Gerade beim Heizen und Kühlen bietet Beton aufgrund der Speichermasse enorme Vorteile“, so Holzer. Darüber hinaus erfordern die aktuellen Grundstückspreise die optimale Nutzung der verfügbaren Fläche: „40 % mehr Nutzfläche bringt der Fertigteilkeller beim Einfamilienhaus – das macht ihn schlicht zur wirtschaftlichen Notwendigkeit“, so Holzer weiter. Aber auch die Optik wird immer wichtiger: „Werkstoffe verstecken sich nicht, weder im vertikalen Bereich noch in der horizontalen Fläche. Sichtbeton zum Beispiel verleiht jedem Bauwerk seinen ganz eigenen Charakter. Das spielt sowohl beim Neubau als auch bei Sanierungen eine Rolle“, erklärte der Experte.

Querschnittsthema Sanierung
Die Energieeffizienz eines sanierten Bauwerks ist nicht unendlich steigerbar, deshalb ist bei jedem Objekt zwischen Sanierung und Ersatzneubau genau abzuwägen. Neue Bauwerke erfüllen durch effizientes Bauen, neuere statische Strukturen und bessere Grundstücksnutzung alle Anforderungen von Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus garantieren sie eine wesentlich höhere Restlebensdauer. Wie Holzer betonte, werden Objekte in denkmalgeschützter Umgebung häufig mit Betonfertigteilen realisiert: „Weil Beton genau über jene Qualitäten verfügt, die historische Baustoffe wie z. B. Sandstein nicht bieten: Er ist witterungsbeständig, kostengünstig und kann gleichzeitig in Farbe und Gestaltung optimal an die historische Vorgabe angepasst werden.“

Nachhaltig optimale Lösungen
Die ständige Weiterentwicklung macht Beton zu einem modernen, universell einsetzbaren Baustoff, der auch durch hohe Belastbarkeit, geringe Wartung und lange Lebensdauer besticht. Neben Rutschsicherheit bei der Flächenbefestigung, Brand- und Schallschutz im Hochbau liegt das Hauptargument für Beton aber ohne Zweifel in der Nachhaltigkeit. „Im Beton laufen alle Dimensionen zusammen: wirtschaftliche Nachhaltigkeit, weil wir Werte für Generationen schaffen, soziale Nachhaltigkeit, weil wir in hohem Grad Sicherheit und Funktionalität gewährleisten und ökologische Nachhaltigkeit, weil wir bei jedem Projekt den Lebenszyklus in seiner Gesamtheit berücksichtigen. Das Ergebnis sind innovative und nachhaltige Baulösungen. Genau das zeigen wir auch in der aktuellen Kampagne“, so Holzer abschließend.

Innovation und Forschung
Innovationen dürfen aber nicht durch Normen behindert werden, betonte DI Werner Pröll, zweiter stellvertretender Präsident des VÖB. Die ÖNORM B 3328, die am 1. April in Kraft tritt, schafft hier Abhilfe. Sie ermöglicht eine Zertifizierung für innovative Betonbauteile, für die es noch keine europäische Produktnorm gibt. „Das ist ein Meilenstein, der unter der Leitung des VÖB in der Ö-Normung gesetzt werden konnte“, so Pröll. Der VÖB betrachtet es außerdem als eine seiner Kernaufgaben, nationale und internationale Forschungsprojekte zu unterstützen und zu koordinieren, vor allem dann, wenn die Ergebnisse Innovationsimpulse für das gesamte Bauwesen erwarten lassen, wie das bei der Forschungsinitiative „Nachhaltigkeit massiv“ der Fall war, die die Schaffung eines verbindlichen Bewertungssystems für nachhaltiges Bauen zur Folge hatte.

VÖB fordert mehr Effizienz für Transporte
Wie Pröll abschließend feststellte, kann die Betonfertigteilindustrie aufgrund der restriktiven Vorschriften Transporte nicht optimal abwickeln: „LKW können vielfach nicht effizient beladen werden, was zu Mehrverkehr führt. Das ist weder verkehrs- noch umweltpolitisch zu verantworten. Darüber hinaus ist die Branche dadurch mit erheblichen Zusatzkosten belastet“, so Pröll. Der VÖB fordert deshalb eine Erhöhung der zulässigen LKW-Gesamtgewichte um 10 % für alle beim Transport von mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Erzeugnisse und Baumaterialien eingesetzten LKW. Wie der Experte vorrechnete, können dadurch 20 bis 50 % der Fahrten eingespart werden.

Downloads zum Thema:
Presseinformation VÖB-Pressegespräch Die neue Image-Broschüre des VÖB

 

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