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Zum 100. Geburtstag von Gottfried Böhm

Zum 100. Geburtstag von Gottfried BöhmTrotz seines hohen Alters geht Gottfried Böhm noch täglich in das Architekturbüro, das von seinen Söhnen Paul, Peter und Stephan weitergeführt wird. Privat- und Arbeitsleben hat Gottfried Böhm nie voneinander abgegrenzt.

Köln, Haus Am Römerberg © Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz


Meister der Betonarchitektur

Gottfried Böhm gehört zu den bedeutendsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts. Am 23. Januar ist der Altmeister 100 Jahre alt geworden. Dazu möchten wir ihm herzlich gratulieren.

Noch jeden Vormittag kommt Gottfried Böhm, soweit es seine Gesundheit zulässt, in das Haus Am Römerberg. 1932 hatte es sein berühmter Vater, der Architekt Dominikus Böhm, als sein Wohn- und Atelierhaus errichten lassen. Inzwischen wird es von der Architektenfamilie in der dritten Generation genutzt. Drei der vier Söhne von Gottfried Böhm – Sohn Markus ist Künstler – sind beruflich in seine Fußstapfen getreten und haben hier ihre Büros. Den Hundertjährigen kostet es Anstrengung, die Treppen zum Eingang hochzusteigen. Ist das geschafft, setzt er sich in den Erker des Besprechungsraums, der einst das Wohnzimmer der Familie war, trinkt seinen Kaffee und isst ein paar Kekse. Und wenn sich Mitraucher finden, genießt er auch gerne eine Zigarette.

„Schauen Sie sich doch bitte diesen schönen Raum an und die vielen tollen Arbeiten“, sagt Gottfried Böhm, der von seiner Person ablenken und unsere Aufmerksamkeit lieber auf das umfangreiche Schaffen der Familie richten möchte. Es stimmt: Wir, die häufig mit dem Verlust von originaler Bausubstanz konfrontiert werden, sind begeistert. Vom Erker hat man nicht nur einen traumhaften Blick in den von seiner Frau Elisabeth angelegten Garten, sondern auch in den lichtdurchfluteten Raum, der mit all den erhaltenen Details die Wertschätzung gegenüber dem Werk des Vaters respektive Großvaters spüren lässt. Im Zimmer sind Modelle, Pläne und Kunstwerke der ‚Böhm-Dynastie‘ ausgestellt: etwa ein Modell des Potsdamer Hans-Otto-Theaters (2006) von Gottfried oder die Porträtbüste von Dominikus Böhm (1944), die ebenfalls aus seiner Hand stammt. 

70 Kirchen und noch viel mehr

Ursprünglich hatte Gottfried Böhm nämlich Bildhauer und nicht Architekt werden wollen. Die Sorge, den Ansprüchen seines Vaters nicht zu genügen, trieb ihn um: „Ich hatte Angst, dass ich das nicht schaffe“. Dabei bezog Dominikus den Sohn schon früh in sein Arbeiten ein und wurde sein wichtigster Lehrer. Als Kind durfte Gottfried Böhm Fensterentwürfe ausmalen und bereits vor Abschluss seines Studiums half er dem Vater bei kleineren Aufträgen. Nach dem Tod von Dominikus 1955 stand dann außer Frage, dass er das Büro übernimmt.

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Autor: Amelie Seck

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