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Beton, vielseitig wie ein Chamäleon

Beton, vielseitig wie ein Chamäleon

Foto: © Edward Beierle


Beton, das Chamäleon der Architektur und Bauwirtschaft

Beim 6. Fachsymposium Brennpunkt Alpines Bauen am 2. Oktober an der FH Salzburg in Puch/Urstein sprach Keynote-Speaker Peter Haimerl, seines Zeichens renommierter Münchner Architekt, über die Vielseitigkeit von Beton. Ein zukunftsrelevanter, natürlicher Werkstoff, der den „Lowtech“-Ansatz einleitet, das Thema der diesjährigen Fachtagung.

Was kommt als erstes in den Sinn, wenn man an Beton denkt? Grau in Grau? Hart? Kalt?
Assoziationen die wohl häufig mit dem Baustoff entstehen, der doch so viel mehr ist. Was Beton alles mehr kann, weiß der renommierte bayerische Architekt Peter Haimerl. „Beton ist nach wie vor der wichtigste Baustoff, vor allem im Fundament. Er wird in Zukunft weiterhin unerlässlich sein. Man kann ihn aber gestalterisch noch kreativer einsetzen. Auch neue, technologische Einsatzmöglichkeiten und Eigenschaften werden derzeit erforscht“, sagt Haimerl.

„Weich wie Butter“

Neben den bekannten Gesichtern des Betons, sind es aber vor allem seine versteckten Merkmale, die Peter Haimerl interessieren. Dafür wurde er mehrfach ausgezeichnet, vor allem durch seine innovativen Sanierungsarbeiten an historischen Bauernhäusern im Bayerischen Wald, den sogenannten „Waldlerhäuser“ kam er zu internationalem Ruhm. Mit Beton erhält er die zu rettenden Stellen der Häuser und ergänzt in modernem Stil dort, wo die Häuser verfallen. Damit will er auch den Erhalt historischer Häuser gewährleisten. Dabei macht sich Haimerl den chamäleonhaften Charakter von Beton zunutze. „Beton ist schwer und kalt aber eigentlich muss er das nicht sein. Für mich ist er das Gegenteil. Er kann jeden gefühlten Aggregatszustand annehmen. Er passt sich jedem Hintergrund an, scheint plötzlich weich wie Butter im Einklang mit Holz. Mit einer Granitwand nimmt er wiederum die Härte von Granit an“, sagt Haimerl.

So entstand ein neues Ambiente in den Häusern, zwischen in Szene gesetzter Historie und moderner Architektur. „Wir lassen bei solchen Projekten gerne alles im Bestand, was noch zu retten ist und ergänzen weiter mit Beton auf verschiedene Art und Weise. Mit Dämmbeton oder Normalbeton erweitern wir historische Schichten und können neue Hüllen einbauen, die das Alte lassen aber zeitgemäßen Raum anbieten“. Haimerls Betonprojekte zeigen nicht nur, wie das vielseitige Material zur Sanierung genutzt werden kann, sondern auch, welche ästhetischen und akustischen Möglichkeiten in der Bausubstanz stecken – allerdings nur dann, „wenn man ihn intelligent einsetzt“. Der Architekt ist sich sicher, dass es in Zukunft noch viel Forschung in Materialien braucht, die vielseitig einsetzbar sind und eröffnet damit den Diskurs für das Symposium im Oktober: „Ob das nun Beton oder Holz ist. Wichtig ist, wir müssen mehr an die Grenzen gehen. Weniger allgemeine Reglementierungen haben, dafür mehr individuelle Anwendungen und Forschungsziele auch zulassen“.

QUELLE
www.itg-salzburg.at


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