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Das flexible „Gründerzeitbüro“ aus Beton

Das flexible „Gründerzeitbüro“ aus Beton
„Der Stadtelefant“ in der Außenansicht – © Franz&Sue/Louai Abdul Fattah


Der "Stadtelefant"

Im neu entstehenden Grätzl hinter dem Wiener Hauptbahnhof, dem Sonnwendviertel, wurde Ende des Jahres ein neues Bürogebäude fertiggestellt. Das Besondere daran: Es wurde von Architekten in Form einer gewerblichen Baugruppe entwickelt, geplant, errichtet und finanziert. Das sechsstöckige Gebäude mit einer Fassade aus sandgestrahlten Betonfertigteilen wurde Anfang des Jahres von den Projektpartnern gemeinsam bezogen.

Unkompliziert und flexibel sind die Schlagworte, mit welchem die Bauherren ihr neues Bürogebäude und das Architekturcluster in der Bloch-Bauer-Promenade 23 beschreiben. Bei der Planung wollten die Architekten, den vielseitigen Nutzeranforderungen des Gebäudes gerecht werden, daher blieben die einzelnen Etagen des Hauses im Grundriss offen gestaltbar – auf tragende Zwischenwände, Gänge oder Erschließungsflächen wurde komplett verzichtet. Die Flächen werden lediglich durch den Stiegenhaus- und WC-kern gehalten. Somit sind die Räumlichkeiten variabel nutzbar und langfristig gesehen auch nachhaltiger. Eher ungewöhnlich für einen Büroneubau sind allerdings die 3,20 Meter hohen Räume des Gebäudes, die an die historischen Gründerzeithäuser Wiens erinnern. Kein Wunder, denn diese dienten den Architekten bei vielen Aspekten des Projekts als Inspiration.

Im Sommer kühl, im Winter warm

Auch die Fassade im strengen Betonraster hebt sich von den anderen Bürohäusern ab: Für den Bau der Fassade wurden 3,30 x 3,60 Meter große Betonfertigteile verwendet, die wie ein Puzzle zusammengesetzt wurden. Der große Vorteil: Bei den von der Firma Trepka in Ober-Grafendorf vorgefertigten sandgestrahlten Sichtbetonflächen ist die Wärmedämmung bereits eingelegt. Durch diese Bauweise kamen die Planer mit minimaler Haustechnik aus: Denn der Beton wirkt gleichzeitig aktiv als Speichermasse, die Kühlung und Minimallüftung erfolgt über die STB-Decken. Damit war mit dem Ausbau gleichzeitig auch der Rohbau fertig, da auf zusätzlichen Innen- und Außenputz komplett verzichtet wurde.

Bei dieser sogenannten „Thermischen Bauteilaktivierung“ und einer für die Architekten durchaus „zeitgemäßen und ökonomischen Bauweise“, werden Rohrsysteme in großflächige Bauteile aus Beton eingelegt, durch die warmes oder kaltes Wasser geleitet wird. Das Wasser gibt die Wärme oder Kälte an den Beton ab, der mit seiner hohen Materialdichte die Energie speichert und den Raum gleichmäßig beheizt oder kühlt. Großflächige Betonbauteile ersetzen damit den klassischen Heizkörper bzw. die Klimaanlage. „Da das Heizen und Lüften in Betonräumen sehr effektiv ist, werden solche Häuser, im Sinne der Nachhaltigkeit, in der Nutzung länger halten können“, ist Bmst. Ing. Alfred Linauer von der Firma Trepka überzeugt.


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