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In Dresden wird der Beton neu erfunden

In Dresden wird der Beton neu erfunden
So soll der „Cube“ in Dresden – das weltweit erste Haus aus Carbonbeton – aussehen, wenn er fertig ist.

Foto: © Iurii Vakaliuk, IMB, TU Dresden


Der Bauingenieur Frank Schladitz und sein Forschungsteam ersetzen den Stabilisator Stahl durch Carbon. Das macht Gebäude und Brücken langlebiger – und entlastet Umwelt und Klima.

Beton – es kommt darauf an, was man daraus macht. Frank Schladitz interpretiert diesen über zwei Jahrzehnte alten Slogan aus der Bauindustrie ganz neu. Der Dresdner Bauingenieur will den weltweit meistgenutzten Baustoff, ohne den es weder Hochhäuser und Autobahnbrücken noch große Tunnel gäbe, viel haltbarer und klimafreundlicher machen, als er heute ist. „Beton ist ein geniales Baumaterial, aber er kann noch viel besser werden“, sagt er.

Der Baustoff Beton ist, anders als viele denken, ein sehr altes Material. Schon die Phönizier vermischten vor 3000 Jahren Mörtel mit vulkanischem Gestein, um ein formbares, nach dem Aushärten druckfestes Material zu gewinnen. Seinen weltweiten Siegeszug begann der Baustoff um 1900, als der Franzose Joseph Monier den Stahlbeton erfand. Erst durch die Verstärkung des Betons mit Stahl in Form von Stäben oder Matten („Moniereisen“) kann er hohe Zugkräfte aufnehmen und die vielfältigen Nutzungen, die man heute kennt, wurden möglich.

Doch der Siegeszug hat eben auch große Nachteile. Neben ästhetischen Fragen einer „betonierten Welt“ geht es vor allem um zwei Themen: Erstens ist die Lebensdauer von Betonbauten begrenzt, meist müssen sie schon nach 40 bis 80 Jahren wegen der Korrosion der Eisenbewehrung abgerissen und ersetzt werden – teuer und lästig, wie man von den vielen sanierungsbedürftigen Autobahnbrücken weiß. Zweitens ist Beton ein echter Klimakiller. Fünf Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes gehen auf ihn zurück. Alleine die Herstellung des Bindemittels Zement verursacht weltweit pro Jahr rund 2,4 Milliarden Tonnen CO2, dreimal so viel wie der globale Flugverkehr (vor Corona). Auch die Herstellung des Stahls ist mit hoher Klimabelastung verbunden. Hinzu kommt, dass der zweite Hauptrohstoff des Betons, Sand, wegen des weltweiten Baubooms knapp wird.

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