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Betonpurismus aus Japan

Betonpurismus aus Japan

Fotos: © Bauhaus Neo


Betonpurismus in reinster Prägung

Japanische Architekten neigen zu Minimalismus und Purismus, das ist bekannt. Beton als Baumaterial kommt diesen Auffassungen entgegen. Einen Betonpurismus in reinster Prägung errichteten die Sasaki Architecture + Atelier O in einem Bezirk von Tokyo, der ganz in der Nähe des Gokokuji Tempels liegt.

Um eine direkte Sichtverbindung zwischen dem Appartementhaus und den Einfamilienhäusern, welche auf der anderen Seite der engen Straße liegen, zu vermeiden, haben die Planer die Fenster leicht aus der Mitte der Öffnungsachse versetzt. So wird einerseits die Schwere des Betons vermindert und ein spielerisches Element tritt in der Fassade auf. Andererseits fördert diese Positionierung eine bessere Durchlüftung, da so etwas wie ein Windtrichter entsteht.
Von innen gesehen erscheinen die Fenster eher groß, von außen betrachtet verkleinert der abgeschrägte Betonrahmen den Eindruck. Einige der Abschrägungen sind mit galvanisierten Stahlplatten verkleidet – als Pendant dazu befindet sich dann an der Innenseite ein Holzrahmen, der auf die ursprüngliche Größe (ohne die Abflachungen) der Öffnung hinweist: Ein interessantes Spiel zwischen innen und außen, welches eine lose Verbindung herstellt.

Der Betonpurismus spielt auch im Innenbereich weiter seine Rolle: Alle Wohneinheiten haben weiße Sichtbetonwände, alle nicht notwendigen Elemente und Details wurden vermieden. Das minimalistische Design sucht nach der einfachst möglichen Form für ein Wohngebäude. Es soll einen Lifestyle ermöglichen, der unbelastet von allen materiellen Besitztümern und Belangen ist. Die Architekten wollen damit eine freiere, unbelastete Lebensweise für die Bewohner ermöglichen. Zum Beispiel ist der Abstellraum nur von einer frei stehenden Wand begrenzt und kann so auch zu einem kleinen Büro werden, während die großzügige Arbeitsplatte aus Beton in der Küche auch als Schreibtisch genutzt werden kann. Die Fenster und die hölzernen, rahmenartigen Regale in den Wohnungen machen reichlich Gebrauch von der Form des Quadrates, denn wenn man sich einmal von der Diktion senkrechter oder waagrechter Fenster befreit hat, ist das Quadrat die einfachste und reinste Form für solche Öffnungen.

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