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Fein aufgeraut: Bürgerdienste der Stadt Ulm

Bürgerdienste der Stadt Ulm
Die Bürgerdienste der Stadt Ulm nahe dem Ulmer Bahnhof.

Foto: © Brigida González, Stuttgart


Fein aufgeraut

Die Bürgerdienste reihen sich ein in eine Folge prägnanter Bauten entlang der Olgastraße, die in ihrem Verlauf die mittelalterliche Stadtmauer nachzeichnet. Das Gebäude setzt sich zusammen aus einem zweigeschossigen flachen Volumen und einem fünf Stockwerke hohen Turm, der im Nordosten auf dem Flachbau sitzt und etwa die Hälfte von dessen Grundfläche einnimmt. Die Fassade lässt diese Aufteilung, die auch im Inneren spürbar ist, kaum erkennen. Vielmehr erscheinen die Obergeschosse durch die strenge Gliederung mit hochrechteckigen Öffnungen als Einheit, auch wenn die erste Etage höher ausgebildet ist, sodass dezent ein Piano nobile angedeutet wird.

Beton: Lokale Körnung und handwerkliche Bearbeitung
Die Außenwände sind zweischalig in Ortbeton ausgeführt, die äußere Schale wurde einhäuptig gegen die Glasschaumdämmung – beziehungsweise die davor platzierte Schalungsmatte – betoniert. Durch die Gitterstruktur konnte die Hülle ohne sichtbare Bewegungsfugen hergestellt werden. Die verschieblich auf unterirdischen Konsolen gelagerte Fassade ist selbsttragend und nur punktweise am Rohbau rückverankert.

Die äußere Schale misst 22 Zentimeter, insgesamt ist die Außenwand fast 60 Zentimeter dick. Es ergeben sich tiefe Laibungen, die sich nach innen leicht verjüngen. Dem als Sichtbeton ausgeführten Luftporenbeton wurde eine Gesteinskörnung aus Ulmer Weiß, einem hochreinen, leicht beigefarbenen Kalkstein, der in der Nähe von Ulm gewonnen wird, beigegeben. Nach dem Aushärten ließ das Planungsteam die Fassade von einem Steinmetz in handwerklicher Arbeit vollflächig stocken, die Kanten entlang der Fensteröffnungen wurden scharriert. Die Gebäudehülle erscheint dadurch aufgeraut, das Juragestein wird an der Oberfläche sichtbar. Abschließend wurde die helle Fassade mit einer Anti-Graffiti-Beschichtung versehen.

Architektur: Bez + Kock Architekten Generalplaner, Stuttgart (Martin Bez und Thorsten Kock mit Volker Eisele, Jonas Lenz, Jan Elsenhans, Meredith Atkinson, Maria Dallinger, Christopher Horn, Erik Bossog, Annika Heise)
Projektbeteiligte: Ernst² Architekten, Ulm (Bauleitung); Drees & Sommer, Ulm (Projektsteuerung); wh-p Ingenieure, Stuttgart (Tragwerksplanung)
Bauherrschaft: Stadt Ulm, Zentrales Gebäudemanagement
Standort: Olgastraße 66, 89073 Ulm
Fertigstellung: 2018
Bildnachweis: Brigida González, Stuttgart

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