VÖB Facebook
    YouTube Facebook
 


Geschichte des Baustoffes Beton

Geschichte des Baustoffes Beton
Auch für die gewaltige Dachkuppel des Pantheons verwendeten die Römer Beton.

Foto: © Sascha Ruhland / pixelio.de


Die Geschichte des Baustoffes Beton

Das Zeitalter des Betons verbindet man normalerweise mit der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts. Was viele nicht wissen: Der Kunststein Beton ist tatsächlich sehr viel älter. Schon vor rund 2.000 Jahren entwickelten die Römer das „opus caementitium“ und errichteten damit zahlreiche Bauwerke, von denen manche bis heute erhalten geblieben sind. Der antike Baustoff hatte bereits eine ähnliche Zusammensetzung wie der Beton unserer Tage.

Noch deutlich älter als Beton ist übrigens der Baustoff Mörtel. Untersuchungen an uralten Bauwerken haben ergeben, dass auf dem Gebiet der Türkei bereits vor 10.000 Jahren Mörtelgemische verarbeitet wurden. Sie bestanden aus feinen Gesteinskörnungen, dem Bindemittel Kalk und Wasser. Angesichts dieser Tatsache erscheint es dann doch nicht mehr so verwunderlich, dass die Römer vor 2.000 Jahren mit Beton bauten. Schließlich besteht der Unterschied von Mörtel zu Beton lediglich darin, dass Letzterer größere Steine enthält. Nach heutiger Definition spricht man von Mörtel, wenn die Korngröße maximal 4 mm beträgt. Jenseits dieser Grenze beginnt Beton.

Uraltes Rezept

Erhärteter Beton ist ein künstlicher Stein, der aus einem Bindemittel, Gesteinskörnungen wie Sand, Kies oder Splitt und Wasser besteht. Heute werden oft noch bauchemische Zusätze hinzugefügt, um bestimmte Betoneigenschaften zu erzielen oder zu verstärken. Meist wird Zement als Bindemittel verwendet. Dieser hat den Vorteil, dass er hydraulisch wirkt, das heißt, er erhärtet selbst unter Wasser und bleibt danach dauerhaft wasserunlöslich. Diese Eigenschaft gilt allerdings nicht nur für Zement. Auch aus vulkanischem Puzzolan lassen sich zum Beispiel hydraulische Bindemittel herstellen. Bindemittel aus Gips, Lehm oder normalem Kalk wirken dagegen unhydraulisch. Sie erhärten also nur an der Luft und sind wasserlöslich.

Letzteres ist vielleicht der Grund dafür, warum der Weg vom 10.000 Jahre alten Kalkmörtel zum römischen Beton so lang war. Beton aus Kalkmörtel wäre wasserlöslich und daher baulich nur sehr eingeschränkt nutzbar gewesen. Der entscheidende Durchbruch gelang erst, als die Römer um 200 v. Chr. auf die Idee kamen, Betonmischungen unter Zusatz von vulkanischem Gestein herzustellen. Damit hatten sie ein hydraulisches Bindemittel gefunden, mit dessen Hilfe sie wasserunlöslichen Beton produzieren konnten.

Römischer Beton

Die Römer nannten diesen Beton „opus caementitium“ (etwa: „Werk aus Bruchsteinen“). Er hatte aber nichts mit dem heutigen Bindemittel Zement zu tun. Der römische Beton bestand aus Bruchsteinen, gebranntem Kalk, Sand, Wasser und eben aus Puzzolanen, die aus Vulkanasche beziehungsweise vulkanischem Gestein gewonnen wurden. Natürliche Puzzolane bestehen vor allem aus Siliciumdioxid, Tonerde, Kalkstein, Eisenoxid und alkalischen Stoffen.

Mit dem opus caementitium hatten die Römer einen Baustoff gefunden, der sich wegen seiner hohen Druckfestigkeit und Wasserunlöslichkeit ideal für den Bau von Gebäudefundamenten sowie für Wasserleitungen (Aquädukte), Brücken, Hafenanlagen, Tunnel oder Straßen eignete. Da Frischbeton weich und verformbar ist, wurden zudem neue Gebäudegeometrien möglich: etwa weit gespannte Gewölbe und Kuppeln, die sich mit den zuvor bekannten Baustoffen nicht realisieren ließen. So schufen die Römer nicht nur funktionale Nutzbauten aus Beton, sondern setzten den Baustoff auch bei vielen ihrer monumentalen Prunkbauten ein. Bestes Beispiel dafür ist das um 120 n. Chr. fertig gestellte Pantheon in Rom. Die gewaltige Dachkuppel dieses Tempels, die einen Durchmesser von rund 43 Metern hat, wurde aus römischem Beton gefertigt und ist bis heute erhalten.

mehr dazu...

Autor: © Roland Grimm

VÖB

>> ÜBERSICHT  "AUS DER WELT DES BETONS" >>

Beton aus der Region