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Haus Reynard
| Rossi-Udry

Haus Reynard | Rossi-Udry


Dieses in dem historischen Dorf Ormône gelegene Haus wurde im Jahr 1860 erbaut und dann im Laufe der Zeit umgebaut.

Dieses in dem historischen Dorf Ormône gelegene Haus wurde im Jahr 1860 erbaut und dann im Laufe der Zeit umgebaut. savioz fabrizzi architectes verwandelten ein traditionelles Holzständerwerk auf Natursteinsockel in ein modernes Einfamilienhaus. Das inmitten eines charaktervollen Dorfbereichs gelegene Haus besteht aus einem Sockel aus Naturstein-Mauerwerk, der bergseitig auf der ganzen Höhe die hintere Fassade bildet und auf der Talseite von einem Baukörper aus Holzständerwerk überragt wird.

Der Gebäudeteil des Holzständerwerkes wurde zur einfachen Überbauung umgestaltet und der aus Mauerwerk bestehende Teil erneuert. Bestehende Natursteinmauern wurden erhalten und, wo notwendig, mit Stahlbeton ergänzt. Der Unterbau der Dielen wurde geringfügig erhöht und der zentrale Teil des Hauses auf der westlichen Seite derart überhöht, dass eine für Büroräumlichkeiten ausreichende Höhe im Dachstuhl geschaffen wurde. Der bestehende Anbau im Norden wurde abgerissen und etwas vergrößert in Stahlbeton wieder aufgebaut. Dieses mineralische Rückgrat, welches das gesamte Projekt verbindet, ragt im Osten wie eine Art „Kamin“ hervor.


Haus Reynard | Rossi-Udry


Der ländliche Charakter dieses Bauwerks wurde durch die Behandlung der Fassaden verstärkt, die durch einen rustikalen Rauputz vereinheitlicht wurden. Hierfür wurde der Zementputz auf den zuvor freigelegten Steinen und die neuen Betonwände aufgebracht, um die Fugen nach Art der historischen Technik der „Pietra Rasa“ zu verputzen und so optisch mit der Oberfläche des neuen Baukörpers aus Beton zu verschmelzen.

Der äußere Charakter des Hauses spiegelt sich im Inneren durch die Verwendung eines mineralischen Putzes an den Wänden und durch die Sichtbetonplatten auf dem Boden wider. Diese zeitlose Dualität, die schon beim Bau des Hauses zwischen den mineralischen und den Lärchenelementen eingeführt worden war, blieb bestehen und wurde zugleich neu interpretiert. Der seit 150 Jahren existierende Kontrast zwischen „roh“ und „warm“ wurde erhalten und bei allen baulichen Eingriffen die Kontinuität zu dem historischen Gebäude nahtlos bewahrt.


Haus Reynard | Rossi-Udry


Für den Putz der Wände wurde natürlicher Kalk verwendet. Im zentralen Teil des Hauses sind die Betonträger ganz roh belassen. Der Fußboden ist aus sichtbar geglättetem Beton, unter dem sich die Fußbodenheizung befindet. Um die Schallabsorption zu verbessern, werden die Decken aus 8 cm starken Platten aus haufwerksporigem Einkornbeton gebaut, in dessen Oberfläche sich der Schall bricht und absorbiert wird.

Die großen Glasflächen, die zur Außenfassade bündig sind, verstärken noch den mineralischen Charakter des Hauses und unterstreichen seine glatte, sorgfältig bearbeitete Form. Zugleich orientieren sich die Öffnungen auf ausgewählte Aussichtspunkte:
das Rhônetal im Osten, Savièse im Norden, die Berge des Val D’Hérens im Süden und der Garten im Westen. Ein Streifen rahmt ein Panorama im Wohnzimmer, während man aus der doppelgeschoßigen Küche mit Essbereich durch horizontale Formate in die Landschaft blickt.


PROJEKTDATEN

ADRESSE: 1965 Ormône, Schweiz
AUFTRAGGEBER: Philippe Reynard und Emmanuelle Rossi-Udry
ARCHITEKTUR: savioz fabrizzi architectes fas
MITARBEITER ARCHITEKTUR: Lionel Ballmer
TRAGWERKSPLANER: Alpatec Sa
PLANUNG: 2014
AUSFÜHRUNG: 2015–2016
BAUVOLUMEN: 1.165 m3
RAUMPROGRAMM: Wohnzimmer, Küche, Musikraum, Duschbad mit WC, vier Schlafzimmer, Keller, Technikräume
AUTOREN:
savioz fabrizzi architectes fas
Laurent Savioz DI FH Arch., Claude Fabrizzi, DI FH Arch.
www.sf-ar.ch

FOTOS: © Thomas Jantscher

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