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Formel 1 für Krems

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Perfekt geplant – herausragend ausgeführt: Die neue Landesgalerie Niederösterreich.

Foto: © FARUK PINJO, LOXPIX

Mit der Landesgalerie Niederösterreich gelang Marte.Marte Architekten ein spektakulärer Bau, der nun einen weiteren Blickfang und ein architektonisches Highlight in der Kunstmeile Krems darstellt.

Mit Stahlbeton gelang die gewünschte Form – die Kombination mit den höchsten Ansprüchen an Energieeffizienz komplettiert den Neubau als herausragendes Bauwerk.

Beton ist das Lieblingsbaumaterial von Marte.Marte Architekten. Für die Planer bewegt sich der Baustoff immer am Limit:
„Die Ansprüche an Form und Oberfläche werden immer höher, die Schalungen verlangen perfekte Präzision – bauen mit Beton ist einfach die Formel 1 in der Architektur.“ Sie sind die Architekten der soeben eröffneten Landesgalerie Niederösterreich im Zentrum der Kunstmeile Krems. Bei der Eröffnung sorgte die Keynote „Radikal poetisch – das Prinzip
marte.marte“ von der Aedes-Mitbegründerin Kristin Feireiss für spannende Diskussionen: „Die Bauten von Marte.Marte sind minimalistisch, aber dennoch voller sinnlicher und haptischer Erfahrbarkeit. Sie sind radikal in ihrer Architektursprache und fügen sich dennoch harmonisch in den urbanen wie ländlichen Kontext ein.“ Doch bei allem Widerspruch:
Bereits am ersten Tag des Pre-Openings besuchten weit über 1.000 Personen den neuen Kulturtreff.


Landesgalerie NÖ.Foto: © FARUK PINJO, LOXPIX

Im Kellergeschoss des Verwaltungsbaus sorgt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe für die Deckung der restlichen Heizenergie und Bereitstellung der Kühlenergie. Über Tiefenbohrungen wird die Erdwärme zum Heizen und Kühlen des Verwaltungs- und Produktionsbaus genutzt. Das gesamte Heizungssystem wird auf Niedertemperatur gefahren. Ein 30.000 Liter Heizungsspeicher im Produktionsgebäude speichert die Energie. Im Produktionsgebäude und teilweise im Verwaltungsgebäude werden die Betonbauteile zur thermischen Bauteilaktivierung genutzt. Hierzu wurde in die Betonwände und -decken eine Industriefußbodenheizung in der Bewehrung verlegt. Durch die Kombination der Bauteilaktivierung mit Wärmepumpen-Technologie, thermischer Solaranlage und über 4.000 Meter Tiefenbohrungen entstand eine energetisch hocheffiziente Anlage, die in Oberösterreich einzigartig ist.

Beton in allen Spielarten

Die Landesgalerie Niederösterreich öffnet sich dem Besucher mit weiten, lichtdurchfluteten Bögen, die den Auftakt des Museumsbesuchs bilden. Insgesamt stehen 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Der Parcours führt durch den viergeschoßigen Neubau zum Präsentationsbereich im Untergeschoß, alle Innenansichten in perfektem Sichtbeton, und verbindet dort das Museum mit der Kunsthalle Krems. Die Fassade wurde mit 7.200 matten, silbergrauen Zinkschindeln verkleidet. Das Gebäude wurde aus Stahlbeton errichtet, über Bauteilaktivierung wird gekühlt. Marte.Marte beschreiben die Herausforderung für die Baufirma, die verdrehte Form des Gebäudes zu schalen.

Der Kubus mit einer Grundfläche von 33 mal 33 Meter ist 23 Meter hoch und dreht sich dabei dynamisch um seine eigene Achse. Die Geschoße mit Raumhöhen zwischen 6,05 Meter und 4,50 Meter verjüngen sich minimal nach oben. Die Deckenstärken betragen 55 Zentimeter. Für die Herstellung des dynamischen Bauwerks setzte das ausführende Bauunternehmen stabilisierende Gespärre ein, wodurch ermöglicht wurde, dass die Wandneigungen der Schalung für die Herstellung der gekrümmten und gedrehten Wände auf der Baustelle gleichzeitig eingespindelt werden konnten. Die Form musste in Einzelabschnitten betoniert werden – kleine Schäden wurden vom eigens engagierten Betonrestaurator umgehend ausgebessert. Die Perfektion der Ausführung lässt sich vor allem gut im Inneren des Gebäudes sehen.

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