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Leichtbeton für historischen Stadel

Leichtbeton für historischen StadelDas Sockelgeschoss der neuen Bücherei wurde aus 77 Zentimeter starkem Leichtbeton errichtet.

Foto: © Brigida González

Leichtbeton-Sockel für Bücherei am Bodensee

Wie sich ein historischer Stadel in eine moderne, offene Bücherei verwandeln lässt, zeigten Steimle Architekten in Kressbronn am Bodensee. Mit dem Sockel aus Leichtbeton, dem hölzernen Tennengeschoss und dem auskragenden Satteldach wird das Bild des Gebäudes bewahrt, das bauliche Erbe aber auch in die Gegenwart transformiert.

Der kleine Ort Kressbronn am Bodensee ist ein beschauliches Städtchen mit stark traditionell beeinflusstem Baubestand. Dies gilt auch für die 1923 im Ortskern zwischen Marktplatz und Festhalle errichtete Scheune. Sie prägte mit ihrem massiven Sockel, dem hölzernen oberen Tennengeschoss und dem weit auskragenden Satteldach über Jahrzehnte das Ortsbild von Kressbronn. Als die Gemeinde 2012 Steimle Architekten aus Stuttgart beauftragte, den Stadel in eine öffentliche Bücherei samt Bürgertreff umzuwandeln, war für Architekt Thomas Steimle deshalb auch klar: Der Umbau des früher landwirtschaftlich genutzten Stadels sollte den Charakter des Hauses bewahren, das weit auskragende, schützende Dach erhalten und auch die traditionelle Gliederung in ein massives Erdgeschoss und ein darüberliegendes filigranes Tennengeschoss übernehmen. „Dem baulichen Erbe mit Rücksicht und Respekt zu begegnen und den alten Stadel mit einfachen, präzise gesetzten und wohldurchdachten Eingriffen in ein modernes, offenes Haus zu transformieren, waren die Leitgedanken für unseren Entwurf“, erklärt Thomas Steimle.

Horizontale Betonierabschnitte

Beim Leichtbeton-Sockel, der zwischen Mai und Oktober 2017 errichtet wurde, konnten Steimle Architekten auch auf ihre Leichtbeton-Erfahrungen vom Objekt E 20 in Pliezhausen zurückgreifen. „Wir konnten unser Wissen um die Leichtbeton-Verarbeitung an den hiesigen Rohbauer weitergeben und so die hohe Qualität des einen Projekts auf das andere übertragen“, so Thomas Steimle. Gemeinsam mit allen Beteiligten wurden vor Ort in Kressbronn auch Musterwände erstellt und die passende Verarbeitungsweise ermittelt. Dabei wurde auch die wichtige Frage der Abschnitte der Betonage geklärt, die nicht senkrecht und längs aneinander gestückelt erfolgen sollte. Vielmehr wurde in zwei waagrechten Abschnitten betoniert, und zwar zunächst bis Unterkante Brüstung und dann darauf bis zur finalen Sockelhöhe. Der resultierende Horizontalschnitt auf Brüstungsebene wurde so positioniert, dass er genau mit einer Stoßfuge der horizontalen Brettschalung zusammenfällt und damit unsichtbar ist. Die sägeraue Brettholzschalung wurde für sämtliche Außen- und Innenwände des Sockels verwendet. Im Vergleich zu E 20 wurden bewusst etwas gröber gesägte Bretter gewählt, um die handwerkliche Struktur und die besondere Haptik des Materials noch eindrücklicher zu unterstreichen.

 

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