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Quartier Florasdorf am Anger

 

Quartier Florasdorf am Anger

Foto: © Bruno Klomfar, Wien


Gut abgeschottet

Nachverdichtung an einem unwirtlichen Ort: Das Quartier Florasdorf am Anger sitzt auf einem dreieckigen Grundstück zwischen der Stadtautobahn A22 und der vielbefahrenen Prager Straße. Den Wettbewerb zur Bebauung eines Teils dieser Restfläche konnten die Wiener Architekturbüros Studio Vlay Streeruwitz und Freimüller Söllinger Architektur für sich entscheiden.

Den Slogan „Stadt trifft Dorf“, der für die Bebauung dieser Brache ausgerufen worden war, setzten die Planungsteams im Wettbewerb durch die Kombination eines neungeschossigen Riegels mit fünf Punkthäusern um. Die niedrigeren Bauten ducken sich dabei hinter den langgezogenen Bau an der Autobahn. Auf der anderen Seite, die an die Prager Straße grenzt, schließt eine bepflanzte Lärmschutzwand das Quartier ab – in der Annahme, dass auch dort, wo heute noch eine Tankstelle zu finden ist, bald eine Wohnbebauung verwirklicht wird.

Würdiges Gegenüber
Zur Autobahn hin setzt der Riegel mit seiner konkav gebogenen Grundrissform und der rhythmisch gegliederten Fassade ein Ausrufezeichen. Der ausufernden Infrastruktur wird vom Architekturbüro Studio Vlay Streeruwitz ein bombastisches Stück Architektur entgegengesetzt. Die Gestaltung ist jedoch weniger Symbol als Mittel zum Zweck: Hinter der schützenden – und doch stellenweise durchlässigen – Sichtbetonwand werden Wohn- und Freiräume geschaffen, die verschiedene Möglichkeiten der Aneignung und erstaunlich viel Flexibilität bieten. Zum Innenbereich hingegen zeigt sich eine konventionellere Fassadengliederung, die einen ruhigen Hintergrund für das durchgrünte Quartier bildet.  

Beton: Mit der Vorderseite zur Autobahn
Sowohl die Rohbauten als auch das regalartige Bauwerk sind in Beton ausgeführt. Während sich unter dem verputzten WDVS ein Ortbeton verbirgt, sind die einschaligen Sichtbetonbauteile des Regals vorwiegend im Fertigteilwerk entstanden. Dabei handelt es sich vor allem um die Brüstungen und Platten, die parallel zur Außenhaut angeordnet sind. Auch die Stützen wurden im Werk vorgefertigt.


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