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Malerisches Seestück: Under von Snøhetta

Malerisches Seestück: Under von Snøhetta

Foto: © Ivar Kvaal


Malerisches Seestück: Under von Snøhetta

Wie sähe eine architektonische Interpretation von Iwan Aiwasowski oder William Turner aus? Mit dem halb versunkenen Periskop »Under«, das erste Unterwasser-Restaurant in Europa, kommt Snøhetta ganz nah an die Meister der Marinemalerei heran.

Führen wir uns kurz die Marinemalerei vor Augen – jene Form der figurativen Kunst, die das Meer als Leitmotiv darstellt. Man denke nur an die Sturm- und Schiffbruchmotive der Meisterwerke von Iwan Aiwasowski oder William Turner – Flottenparaden, Seeschlachten und offene Wasserlandschaften unter freiem Wolkenhimmel, die die Naturgewalt des Meeres zum Ausdruck bringen.

Das neueste Projekt von Snøhetta hätte womöglich als szenische Vorlage für Turner oder Aiwasowski gedient. »Under« ist das erste Unterwasser-Restaurant in Europa und ein Zentrum für Meeresforschung. Am südlichsten Punkt der norwegischen Küste, wo die Meerestürme aus Nord und Süd aufeinandertreffen, ragt der 34 m lange Monolith aus der Wasseroberfläche heraus. Angefangen hat das aufwendige Bauverfahren von »Under« als Betonrohrschale auf einem Lastkahn, rund 20 m vom derzeitigen Standort entfernt. Nach Abschluss der Rohbauarbeiten wurde das mit Wasser befüllte Gebäude versenkt und mit einer auf dem Meeresgrund verankerten Betonplatte verschraubt.  

Halb im Meer versunken ist die Außenhülle von »Under« als künstliches Riff konzipiert, sodass sich die Struktur im Laufe der Zeit vollständig in die Meeresumwelt integriert. Leicht gewölbte Betonwände mit einer Dicke von einem halben Meter bieten Widerstand gegen die rauen Wellenkräfte. Wie ein versenktes Periskop erlaubt das massive Fenster im Restaurant einen Blick auf den Meeresboden.


Foto Ivar KvaalFoto: © Ivar Kvaal

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