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Zementindustrie: „Klimaneutral bis 2050“

Zementindustrie: „Klimaneutral bis 2050“
Sie sind sich sicher, dass Österreich das Klimaziel erreichen wird: Sebastian Spaun (Geschäftsführer VÖZ), Rudolf Zrost (Vorstandsvorsitzender VÖZ)

Foto: © VÖZ/APA-Fotoservice/Rastegar


Die österreichische Zementindustrie hat klare Vorstellungen: „Bis 2050 möchten wir klimaneutral sein“, sagt Sebastian Spaun, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Vor allem zwei Faktoren sprechen dafür, dass das auch gelingen wird: Thermische Bauteilaktivierung und die Abscheidung und Nutzung von CO₂ sollen das möglich machen. Bis 2030 sollen schon 40 Prozent der Emissionen in der Wertschöpfungskette von Beton und Zement eingespart werden.

Als Beitrag zur Umsetzung des „European Green Deal“ hat die europäische Zementindustrie eine Roadmap mit konkreten Zielen und Handlungsoptionen vorgelegt. „Wir wollen bis 2050 die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette von Zement und Beton auf null reduzieren“, erklärt Rudolf Zrost, Vorstandsvorsitzender der VÖZ. Bis 2030 sollen bereits 40 Prozent der CO2-Emissionen in der Wertschöpfungskette eingespart werden.

Vorbild Österreich

400 Mio. Euro investierte die österreichische Zementindustrie in den vergangenen zehn Jahren in den Umwelt- und Klimaschutz. „Im weltweiten Vergleich haben wir in Österreich den Einsatz von Kohle, Öl und Gas am meisten zurückgedrängt: Mit etwa 80 Prozent Ersatzbrennstoffen führen wir das internationale Ranking mit Abstand an“, so Rudolf Zrost. Österreich ist international ein Vorbild, bestätigt auch Sebastian Spaun, VÖZ-Geschäftsführer: „Wir haben einen weiteren bedeutenden Vorsprung, um den uns andere beneiden: Wir haben in Österreich mit den Zyklonvorwärmeöfen die neueste Technologie flächendeckend im Einsatz, mit der wir die entstehende Abwärme konsequent nutzen.“

Bilanz 2019 und Ausblick 

Die österreichische Zementindustrie erzielte im Jahr 2019 bei einem leichten Rückgang der Produktion ein Plus im Umsatz: Die acht Zementwerke in Österreich produzierten 2019 mit 5,23 Mio. Tonnen Zement um 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Jahresumsatz erhöhte sich um 3,1 Prozent auf 445,1 Mio. Euro. Stolz sind Zrost und Spaun auf die anhaltend hohen Investitionen der Zementwerke: Die Anlageinvestitionen sind 2019 ausgehend vom hohen Vorjahrsniveau noch einmal um fast fünf Prozent gestiegen und betrugen 75,2 Mio. Euro, wiederum ein historischer Höchststand. Das Investment in Klima- und Umweltschutzmaßnahmen ist mit 33,8 Mio. Euro auf anhaltend hohem Niveau. Hier brauche es Weitsicht und visionäre Ansätze: „Ganz oben auf der Agenda stehen Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung, hier kann unsere Branche viel beitragen. Unsere Produkte müssen auch so intelligent und effizient wie möglich eingesetzt werden. Heizen und Kühlen durch thermisch aktivierte Bauteile ist beispielsweise längst in der Baubranche angekommen und wird bereits im sozialen Wohnbau eingesetzt“, so Spaun.

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