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Ein wachsendes Haus

Wachsendes Haus
Renderings: © Studio Precht


Das ist Bert.

Das ist Bert. Ein verspieltes, modulares Haus, das den Menschen dazu einlädt, Architektur durch die Augen eines Kindes zu sehen. Die Inspiration dafür fanden die Architekten in Zeichentrickfiguren.

Kinder sehen ihre Umgebung als variablen Raum, den es ständig neu zu erfinden gilt. Sie klettern auf Bäume und bauen sich einen Unterschlupf aus Ästen. Sie verbauen Wohnzimmermöbel und Decken zu einem intrinsischen Höhlensystem. Das neue Raumgefühl im Inneren, die neu entdeckten Sichtbezüge, sind das, was zählt. Nicht ein messbarer Nutzen oder gar Effizienz. Eine ähnliche Herangehensweise hatten die Architekten des Modul-Baumhauses Bert. Sie fragten sich: Wie würden sich Kinder ein Baumhaus vorstellen?

Ein etwas schrulliger Charakter

Das Ergebnis ist ein rohrförmiger Baukörper mit runden Auskragungen und monokelartigen Fenstern, die in verschiedene Richtungen in die Landschaft lugen. Wer beim Anblickt von Bert an eine Cartoon-Figur denkt, liegt genau richtig. Die Architekten des in Österreich ansässigen Studio Precht holten sich für ihren Entwurf nämlich Inspiration von Animationsfilmen wie Sesamstraße und den Minions.

„Wir sind dieses Projekt spielerisch angegangen und wollten einen unverwechselbaren Charakter schaffen anstatt eines konventionellen Gebäudes“, erklärt Architekt Chris Precht. „Einen etwas schrulligen Charakter, der zu einem Teil der Natur und des Waldes wird. Ich denke, diese Schrulligkeit kann Emotionen wecken. Vielleicht eine Eigenschaft, die der heutigen Architektur abhanden gekommen ist.“

Bestens getarnt

Berts Grundkonzept ist an einem Baumhaus ausgerichtet, wobei die Bezeichnung des Gebäudetyps wörtlich genommen wurde. Sowohl Form als auch Fassade sind einem Baumstamm nachempfungen, die einzelnen Räume zweigen wie Äste davon ab. Blätterförmige Schindeln an der Fassade sind in unterschiedlichen Brauntönen gehalten, wodurch das Bauwerk camouflagemäßig mit der Naturkulisse verschmilzt. Dunkle Textilien dominieren im Inneren und schaffen eine „gemütliche, höhlenähnliche Atmosphäre“. Nichts lenkt vom Ausblick ab. Die großen Fensteröffnungen rücken die Natur in den Mittelpunkt des Wohngeschehens.


mehr dazu...Text: Gertraud Gerst

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